Supplemente für Frauen: zwischen Wissenschaft & Wahnsinn

Disclaimer: Nahrungsergänzung ist kein Ersatz für Diagnostik, Therapie oder eine ausgewogene Ernährung. Wenn du Medikamente nimmst, schwanger bist/werden willst, stillst oder Erkrankungen (z. B. Schilddrüse, Niere, Gerinnung) hast, bitte individuell und ärztlich abklären lassen. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung und dient der Information.

Was ist wirklich wichtig? Was ist nice-to-have? Und wann ist weniger mehr?


Die wichtigsten Fakten


Kreatin-Monohydrat: DAS Performance-Supplement

Nicht ohne Grund fange ich mit diesem ,in meinen Augen, fast „Super-Supplement“ an. Kreatin hat enorme Vorteile und wird bedauerlicherweise von vielen Frauen aus Angst, „Bulky“ zu wirken, gemieden. Aber Kreatin macht dich nicht plötzlich zum Bodybuilder. Es füllt vor allem deine Kreatin-/Phosphokreatinspeicher, wodurch ATP bei kurzen, hochintensiven Belastungen schneller regeneriert werden kann. Die Waage kann kurz hochgehen, weil Kreatin Wasser im Muskel bindet – nicht weil du Fett zunimmst.

Und die Nieren? Für gesunde Erwachsene gilt Kreatin-Monohydrat in üblichen Dosen als gut untersucht. Verwirrung kommt oft daher, dass Kreatinin im Blut steigen kann (Labormarker), was ohne Kontext wie „Nierenproblem“ wirkt.

Was sind die besten, evidenzbasierten Vorteile?

Training & Körper


  • Mehr Kraft & Leistung bei kurzen, intensiven Belastungen
  • Mehr Trainingsvolumen
  • Mehr fettfreie Masse unter Krafttraining

Für wen ist Kreatin besonders sinnvoll?

  • Alle, die mehr Leistung sowohl im Training als auch in Stress- oder Schlafmangelphasen möchten
  • Personen ohne Nierenerkrankungen

Tipps:

  • Beste Form: Kreatin Monohydrat 
  • Dosis: 3–5 g täglich & konstant nehmen (Kreatin wirkt über Speicheraufbau)
  • Wirkung: körperliche & kognitive Leistung durch bessere ATP-Bereitstellung
  • Sicherheit: für gesunde Erwachsene (ohne Nierenerkrankungen) in empfohlenen Dosen gut untersucht
  • Typischer „Neben-Effekt“: 0,5–2 kg mehr auf der Waage möglich durch Wasser im Muskel, nicht Fett

Wichtig zum Abschluss: Kreatin macht dich nicht schwammig, sondern straffer und definierter durch die Einlagerung IM Muskel.


Omega-3 (EPA/DHA)

Was macht Omega-3 im Körper?

EPA/DHA sind Bausteine von Zellmembranen und Vorstufen bioaktiver Lipidmediatoren, die Entzündungs- und Immunprozesse modulieren und (v. a. in höheren Dosen) Triglyceride senken können. Omega-3-Fettsäuren helfen deinem Körper, “Signale” (Entzündung/Regeneration) feiner zu steuern und sind wie ein Qualitätsbaustein für Zellen – besonders dort, wo viel „Kommunikation“ läuft (z. B. Nervensystem, Herz-Kreislauf).

Was sind die besten, evidenzbasierten Vorteile?

Triglyceride & Herz


  • kann erhöhte Triglyceride im Blut sinken & so Herz-Kreislauf-Risiko senken

Entzündungsmodulation


  • können Regeneration verbessern

Gehirn/Sehen


  • Strukturbaustein von Gehirn und Retina
  • „Premium-Baustein“ für Nervenzellen

Für wen ist Omega-3 besonders sinnvoll?

  • Du isst selten/keinen fetten Fisch (z. B. Lachs, Makrele, Sardinen)
  • Du hast erhöhte Triglyceride (ärztliche Begleitung sinnvoll)
  • Du trainierst viel und willst ein deine Regeneration risikoarm fördern

Tipps:


    Vitamin D3 & K2 (plus Magnesium): Sinnvolle Kombi – aber nicht immer Pflicht

    Vitamin D ist eines der Supplements, die wirklich helfen können – vor allem bei wenig Sonne. K2 ist oft ein gutes Add-on, aber nicht automatisch „zwingend“. Magnesium ist häufig der unterschätzte Mitspieler.

    Was macht Vitamin D3 im Körper?

    Vitamin D reguliert vor allem den Calcium-/Phosphatstoffwechsel und ist unter anderem wichtig für stabile Knochen und funktionierende Muskeln.

    Was sind die besten, evidenzbasierten Vorteile?

    Knochen & Muskeln


    • unterstützt Mineralisierung des Knochens
    • verbesserte Muskelkraft und -funktion

    Immunsystem


    • reguliert Immunzellen & kann Abwehr unterstützen

    Stimmung


    • kann positiv auf Psyche wirken

    Wann ist Vitamin D3 sinnvoll?

    • Bestätigter Mangel (25-OH-Vitamin-D messen)
    • Wenig Sonnenexposition / Indoor-Lifestyle
    • Wintermonate

    Tipps:

    Was macht Vitamin K2 – und muss es dazu eingenommen werden?

    Vitamin K ist Cofaktor für die Aktivierung bestimmter „Calcium-relevanter“ Proteine. „D3 + K2“ ist ein optional sinnvolles Add-on, besonders bei langfristiger D3-Einnahme und bei Vitamin-K-armer Ernährung (wenig grünes Gemüse/fermentierte Lebensmittel). Bei Einnahme von Cumarinen, Warfarin oder Phenprocoumon nur mit ärztlicher Absprache, weil Vitamin K die Wirkung beeinflussen kann.

    Die zusätzliche Einnahme von Magnesium hilft bei der effizienteren Verarbeitung von Vitamin D und hat auch weitere Vorteile.


    Magnesium (Magnesiumbisglycinat)

    Magnesium ist ein Schlüsselmineral für Energie, Muskeln, Nerven und viele Enzyme. Magnesiumbisglycinat (auch „Glycinat“) ist dabei eine Form, die viele Menschen besonders gut vertragen – vor allem, wenn Citrat & Co. den Darm zu schnell „aktivieren“.

    Was macht Magnesium im Körper?

    Muskeln & Leistungsfähigkeit


    • beteiligt an Muskelkontraktion & Erregbarkeit
    • unterstützt Herzrhythmus und Gefäßfunktion

    Nervensystem & Stress-Regulation


    • beeinflusst neuronale Erregbarkeit und Signalübertragung
    • kann beruhigend und schlafunterstützend wirken

    Wann ist Magnesium sinnvoll?

    • Viel Training/Schwitzen
    • Hoher Stress & schweres zur Ruhe kommen
    • Wenig magnesiumreiche Lebensmittel (Kürbiskerne, Leinsamen, Haferflocken)
    • Neigung zu Muskelzucken/Krämpfen
    • Vitamin-D-Supplementation

    Tipps:


    Vitamin B12 (Cobalamin): essentiell für Vegetarierer & Veganer

    Vitamin B12 ist zentral für die DNA-Synthese, Bildung roter Blutkörperchen und Funktion des Nervensystems. Da B12 in relevanten Mengen nur in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, sollten Vegetarier und vor allem Veganer unbedingt supplementieren, um Mangelzuständen vorzubeugen. Symptome eines Mangels zeigen sich in Müdigkeit, blasser Haut, Leistungsknick (Anämie), Kribbeln/Taubheit, Gangunsicherheit und Konzentrationsproblemen (Nerven).

    Wann ist B12 sinnvoll?

    • Vegane/vegetarische Ernährung
    • Nachgewiesener Mangel
    • Magen-/Darmerkrankungen
    • langfristige Einnahme bestimmter Medikamente (Metformin, Protonenpumpenhemmer)

    Tipps:


    Eisen: das „Frauen“-Mineral für mehr Wohlbefinden

    Eisen ist zentraler Bestandteil von Hämoglobin (Sauerstofftransport), Myoglobin (Muskel) und zahlreichen Enzymen. Gerade bei Frauen ist Eisenmangel durch Menstruation häufig und äußert sich durch Müdigkeit, Leistungsknick, Kurzatmigkeit, Haarausfall, brüchige Nägel und Restless Legs. Aber: Eisen ist kein Wellness-Supplement, sondern sollte möglichst zielgerichtet eingesetzt werden.

    Was macht Eisen im Körper?

    Wann ist Eisen sinnvoll?

    • Bei starken oder langen Menstruationen
    • Symptomen von Eisenmangel
    • Vegetarischer/veganer Ernährung
    • Viel Ausdauertraining
    • Kürzlicher Geburt (ohne Still-/Schwangerschaftsempfehlung) 

    Tipps:


    Quellen (Auswahl):