Gornergrat Marathon & (beinahe) schnellste Frau des Ultras?!

Ein guter Freund startete in der Marathon-Distanz und so fuhren wir zu viert (inklusive Partner) am Donnerstagnachmittag los in Richtung Schweiz. Enddestination: das 1000 km entfernte Zermatt. Hmmm ja, vielleicht standen Aufwand und Nutzen nicht ganz in Relation und wir brauchten für die erste Etappe (ca. 600 km) dank Stau und kreativen Umleitungsideen schon knapp 10 Stunden. Nach 3 Stunden Schlaf startete der nächste Morgen mit einem entspannten 4-km-Lauf, bevor es die letzten Kilometer in Richtung Zermatt zu bewältigen galt.

Wir haben erstmal die Startunterlagen abgeholt und bereits hier zeichnete sich ab, dass meine Ummeldung vielleicht doch noch das ein oder andere Problem nach sich ziehen könnte… Ich lief zwar den Top20, hatte aber immer noch die wunderschön markante rote Startnummer des Ultras mit dem Mini-Hinweis „Top 20“ handschriftlich dazu geschrieben.

Wir haben dann eine Pizzeria mit Dachterrasse und Blick aufs Matterhorn gefunden, in der eine Pizza (wer hätte es gedacht) 30 € gekostet hat, aber im Verhältnis war das wahrscheinlich der beste Preis-Leistungs-Deal, den man in Zermatt machen kann. Und fürs Carb-Loading vor dem Lauf gibt es auch schlechtere Optionen, wobei mein Magen den letzten Kontakt mit Pizza vor ca. 2,5 Jahren hatte und offenbar nicht mehr wirklich offen für Veränderungen ist…

Kurzer Recap des Laufes: Die ersten 8 km gingen durchgehend bergauf und nach original 1,5 km war meine Motivation irgendwie ziemlich im Keller, da ich mehr gehen musste als laufen konnte und gar nicht richtig reinkam… Aber dadurch, dass ca. 70 % der Personen gingen, habe ich mir selbst irgendwann komplett den Druck genommen und akzeptiert, dass manche Dinge einfach anders laufen als geplant, aber trotzdem nicht weniger gut sein müssen…

Auf den letzten drei Kilometern mussten noch mal 500 hm bis auf den Gipfel des Gornergrats (3.135 m) bewältigt werden, was körperlich ziemlich heftig war, aber durch die Aussicht wieder wettgemacht wurde. Naja, und dann hatte ich den wahrscheinlich unangenehmsten Zieleinlauf in der Geschichte des Gornergrat Marathons…

Btw, die Rückfahrt war für mich eine absolute Hölle – irgendwie habe ich das Shampoo des Hotels und das Essen nach dem Lauf nicht wirklich vertragen. Mein Gesicht und meine Augen waren am Morgen geschwollen und entzündet und mein Magen fühlte sich an, als würde er jeden Inhalt schnellstmöglich wieder loswerden wollen… Naja – egaaaaal. Meine Stimmung war leider angesichts der Umstände absolut im Keller und ich war heilfroh, als wir nach 10 Stunden Autofahrt wieder zu Hause waren.


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