Kreatin – Gamechanger und unterschätzt für Frauen

Disclaimer: Vor jeglicher Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt sich die ärztliche Rücksprache, insbesondere bei Vorerkrankungen.

Doch was genau ist Kreatin eigentlich? Welche Vorteile kann eine Supplementierung mit sich bringen, und welche Risiken könnten möglicherweise bestehen?


Kreatin ist eine körpereigene Substanz, die hauptsächlich in Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse aus den Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin gebildet wird. Rund 95 % des Kreatins werden anschließend in der Muskulatur gespeichert. Ein kleiner Teil befindet sich jedoch auch im Gehirn, im Herzen und in anderen Geweben.

Unser Körper produziert zwar selbst Kreatin, und wir nehmen zusätzlich geringe Mengen über Fleisch und Fisch auf. Die Speicher sind jedoch nicht immer vollständig gefüllt. Genau hier setzt eine Supplementierung an.


Lange Zeit wurde Kreatin hauptsächlich an jungen Männern untersucht. Erst in den letzten Jahren richtet sich der Blick der Forschung zunehmend auch auf Frauen – und die Ergebnisse sind äußerst spannend.


An dieser Stelle ist mir besonders wichtig zu betonen: Mehr Muskelmasse bedeutet nicht automatisch, dass man aussieht wie ein Bodybuilder.

Dieser Punkt wird meiner Meinung nach viel zu selten erwähnt, ist aber äußerst interessant.

Und wenn wir ehrlich sind: Welche Mutter kleiner Kinder kennt solche Phasen nicht? Und ob Kreatin allein dafür verantwortlich war, dass ich während meiner Examensvorbereitung mit Baby funktioniert habe, kann ich natürlich nicht beweisen. Subjektiv hatte ich jedoch definitiv das Gefühl, geistig belastbarer zu sein.

Jetzt wird es besonders spannend. Aktuell laufen zahlreiche Forschungsprojekte, die untersuchen, welche Rolle Kreatin während Schwangerschaft und Geburt spielen könnte. Kreatin ist für die Energieversorgung von Mutter und Kind relevant und könnte theoretisch helfen, Phasen mit erhöhtem Energiebedarf besser zu bewältigen.

Wichtig ist jedoch: Die Datenlage reicht derzeit noch nicht aus, um eine generelle Empfehlung während Schwangerschaft und Stillzeit auszusprechen. Deshalb sollte eine Supplementierung in dieser Zeit immer ärztlich besprochen werden.


Genau deshalb halte ich Kreatin in dieser Lebensphase nicht nur für ambitionierte Sportlerinnen für interessant.

Dieser Punkt wird in den Wechseljahren noch relevanter. Mit sinkendem Östrogenspiegel verlieren viele Frauen zunehmend Muskelmasse, Kraft und Knochensubstanz. Genau hier könnte Kreatin in Kombination mit Krafttraining dabei helfen, Muskelkraft und fettfreie Körpermasse besser zu erhalten.



Kreatin gehört zu den am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt.

Mögliche Nebenwirkungen sind meist harmlos und umfassen:

  • vorübergehende Wassereinlagerungen
  • gelegentlich leichte Magen-Darm-Beschwerden
  • selten Völlegefühl bei sehr hohen Dosierungen

Wer bereits an einer Nierenerkrankung leidet oder regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte die Einnahme selbstverständlich ärztlich abklären.


Kreatin ist für mich eines der wenigen Supplements, bei denen Nutzen, Sicherheit, Preis und wissenschaftliche Datenlage so überzeugend zusammenkommen. Es unterstützt nicht nur Kraft, Leistungsfähigkeit und Trainingserfolge, sondern könnte gerade für Frauen in verschiedenen Lebensphasen, von zyklusbedingten Schwankungen über die Postpartum-Zeit bis hin zu den Wechseljahren, deutlich relevanter sein, als lange angenommen wurde. Natürlich ersetzt Kreatin weder Schlaf noch eine ausgewogene Ernährung oder regelmäßige Bewegung. Wäre es so einfach, würden wir vermutlich alle längst wie Wonder Woman durch die Gegend laufen. Aber wenn mich heute jemand fragt, welches Supplement ich persönlich als Erstes empfehlen würde, bleibt meine Antwort dieselbe wie am Anfang dieses Artikels: Kreatin. Ich persönlich verwende dieses Kreatin (unbezahlte Werbung – offen für Kooperationsanfragen 😉 )


Literatur

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